mobile Navigation Icon

Politische Bildung » Fächerübergreifende Bildungsziele » Bildung für nachhaltige Entwicklung

Bildung für nachhaltige Entwicklung (Umweltbildung/Globales Lernen)

Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) will Menschen zu zukunftsfähigem Denken und Handeln befähigen. Dabei sind in einer global vernetzten Welt sowohl Fragen der Ökologie mit ökonomischen Herausforderungen und Interessen sowie sozialen und politischen Entwicklungen eng verbunden. Neben den drei Dimensionen Ökologie, Ökonomie und Soziales berücksichtigt die BNE auch die beiden Gerechtigkeitsprinzipien der Globalität und der Generationen. Themen wie Klimaschutz, Globalisierung, verantwortungsvoller Konsum, kulturelle Vielfalt und soziale Gerechtigkeit stellen hier eine Auswahl von Themen der BNE dar.

Ziel der BNE ist es, dass jede und jeder Einzelne, die Auswirkungen seines Handelns auf die Welt verstehen und verantwortungsvolle Entscheidungen treffen kann. Es ist dabei nicht nur wichtig, entsprechende Kenntnisse zu erlernen und sich Wissen anzueignen, sondern im Fokus steht die Fähigkeit zum Handeln und Bewerten. In der Gestaltungskompetenz wird diese Zielerreichung zusammengefasst. Gemeint sind damit unter anderem die Fähigkeiten nachhaltige von nicht nachhaltigen Lösungen abzugrenzen, Interessen abzuwägen und unterschiedliche Perspektiven wahrzunehmen.

BNE als fächerübergeifendes Bildungs- und Erziehungsziel

Die schulart- und fächerübergreifenden Bildungs- und Erziehungsziele (FÜZ)  beschreiben für viele gesellschaftlich-relevante Themenfelder einen verbindlichen Aufgabenbereich für Schule und Unterricht. Die Aufnahme und feste Verankerung der fächerübergreifenden Bildungsziele im LehrplanPLUS stellen ein Beispiel dafür dar, wie gesellschaftliche Veränderungen sich in den Lehrplänen niederschlagen. Mit ihnen trägt der Lehrplan über die Inhalte und Kompetenzen des einzelnen Fachunterrichts hinaus gesellschaftlichen Herausforderungen Rechnung.

In diesem Rahmen gilt für das fächerübergreifende Bildungs- und Erziehungsziel BNE:

„Im Rahmen einer Bildung für Nachhaltige Entwicklung entwickeln Schülerinnen und Schüler Kompetenzen, die sie befähigen, nachhaltige Entwicklungen als solche zu erkennen und aktiv mitzugestalten.

Sie entwickeln Verantwortungsbewusstsein für Natur und Umwelt und erweitern ihre Kenntnisse über die komplexe und wechselseitige Abhängigkeit zwischen Mensch und Umwelt. Sie gehen sorgsam mit den ökologischen, ökonomischen und sozialen Ressourcen um, damit Lebensgrundlage und Gestaltungsmöglichkeiten der jetzigen und der zukünftigen Generationen in allen Regionen der Welt gesichert werden.

Die Schülerinnen und Schüler eignen sich Wissen über Umwelt- und Entwicklungsprobleme, deren komplexe Ursachen sowie Auswirkungen an und  setzen sich mit Normen und Werten auseinander, um ihre Umwelt wie auch die vernetzte Welt im Sinne des Globalen Lernens kreativ mitgestalten zu können" (LehrplanPLUS FÜZ BNE).

Dabei steht das fächerübergreifende Bildungsziel „BNE” im Zusammenspiel mit den weiteren fächerübergreifenden Bildungszielen, die untereinander vielfältige Schnittmengen aufweisen. So liegen z. B. die Bezüge zur Polititischen Bildung nahe, da gesellschaftlicher Zusammenhalt und politische Teilhabe unabdingbare Voraussetzungen von nachhaltiger Entwicklung sind.

17 Ziele für nachhaltige Entwicklung

Weitere Informationen zu den 17 Zielen und Materialien für die Thematisierung in der Schule finden Sie hier.

Schule und BNE - allgemein

„Wenn es darum geht, BNE erfolgreich im Bildungswesen zu verankern, kommt der schulischen Bildung durch ihren prägenden Einfluss auf individuelle Bildungsbiografien eine besondere Bedeutung zu.“ (vgl. Nationaler Aktionsplan BNE)  

Das Ziel schulischer Bildung ist es, junge Menschen zu befähigen, die Zukunft zu gestalten – sowohl für ihre eigene Person als auch als Mitglied der zukünftig Verantwortung tragenden Generation. BNE gilt als Zukunftsaufgabe, die in Schule, Unterricht und fachlichem Lernen Einbindung erfährt.

Bayerische Schulen und BNE

Gemäß Artikel 131 der Bayerischen Verfassung bzw. Artikel 1 des Gesetztes über das Erziehungs- und Unterrichtswesen (BayEUG), in denen die obersten Bildungsziele formuliert sind, u. a. Rücksichtsnahme, Verantwortungsfreudigkeit sowie Verantwortungsbewusstsein für Natur und Umwelt, sind alle bayerischen Schulen zur Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) und Umweltbildung verpflichtet.

Das Thema ist in den „Richtlinien für die Umweltbildung an den bayerischen Schulen“  über Schulart- und Fachgrenzen hinweg für alle Schulen als Aufgabe beschrieben.

Auch im LehrplanPLUS ist BNE als schulart- und fächerübergreifendes Bildungs- und Erziehungsziel verankert. Auf diese Weise wird eine umfassende Behandlung des Themenbereichs über alle Fächer, Jahrgänge und Schularten hinweg angestrebt. Entsprechende Lernziele und Kompetenzerwartungen sind in den Lehrplänen der einschlägigen Fächer verankert (vgl. LehrplanPLUS).

Partizipation und BNE

Partizipation aller gesellschaftlichen Gruppen ist Grundlage einer nachhaltigen Entwicklung und somit wesentlicher Bestandteil von BNE. Das Ziel selbstständig und selbsttätig zu handeln, setzt die Möglichkeit der Partizipation voraus. Dafür ist die Mitgestaltung in Schule und Gemeinwesen durch Kinder und Jugendliche entscheidend, das sie so Selbstwirksamkeit erfahren.

Das Kapitel Partizipationsmöglichkeiten in der Schule geht konkreter auf diese Thematik ein und listet eine Reihe von Möglichkeiten der Partizipationsförderung auf.

Weiterführende Informationen und Hinweise