mobile Navigation Icon

Methoden der BNE

Lerneinheiten der BNE gehen teilweise über den klassischen Lernstoff der Schule hinaus und fordern Kinder, Jugendliche und Erwachsene auf, Bekanntes kritisch zu hinterfragen, von verschiedenen Seiten zu beleuchten und selbst aktiv zu werden. Daher sind auch erweiterte und vielfältige Methoden empfehlenswert, um einen Lernprozess im Sinne von BNE anzustoßen.

Die folgende Sammlung bietet einen Überblick über eine Auswahl von Methoden, die für BNE besonders geeignet erscheinen. Dafür werden die einzelnen Methoden kurz vorgestellt, für die weitere Auseinandersetzung werden Links oder Literatur empfohlen.

Vgl. Sie auch zu Methoden das Unterkapitel Lernwerkstatt.

Die Diskussion moralischer Dilemmas dient der Förderung moralischer und demokratischer Grundfähigkeiten.

Link für weitere Informationen:

Elemente: Arbeitsblätter mit Dilemmatext und einleitenden Fragen, Arbeitmaterial zur Dokumentation

Ablauf: Vorstellung der Dilemmageschichte und kurzes Gespräch über das vorhandene moralische Problem,Teilnehmende beziehen Position und tragen Argumente dafür vor, Diskussion über die verschiedenen Parteien (wechselseitiges Vortragen der Argumente), Abschlussreflexion

Wichtig! Für das Gelingen einer Dilemma-Diskussions-Stunde ist eine gute Ausbildung des Lehrers bzw. der Lehrerin notwendig.

Der Besuch von außerschulischen Lernorten unterstützt das ganzheitliche Lernen. In dem Unterkapitel „Lernorte BNE" finden Sie weitere Informationen dazu.

„Lernen an Stationen“ ist eine konstruktive Methode, die besonders das selbstständige Lernen der Schülerinnen und Schüler fördert. Bei einer Stationenarbeit werden sogenannte „Lernstationen“ im Raum aufgebaut. Hier stehen abwechslunsgreiche Arbeitsaufträge mit den notwendigen Arbeitsmaterialien zur Verfügung. An den Stationen können auch Lösungsbögen ausliegen. Sie ermöglichen es den Schülerinnen und Schülern, ihre Ergebnisse alleine oder mithilfe einer Lernpartnerin/eines Lernpartners zu kontrollieren. Die Stationen stehen in einem thematischen Zusammenhang, können aber unabhängig voneinander bearbeitet werden. In der Regel gibt es „Pflichtstationen“, die von allen besucht werden, sowie „Wahlstationen“, aus denen die Schülerinnen und Schüler wählen können. Ein Laufzettel für die Schülerinnen und Schüler gibt ihnen einen guten Überblick über die zu bearbeitenden Stationen.

Link für weitere Informationen: http://methodenpool.uni-koeln.de/stationenlernen/stationenlernen_darstellung.html

Elemente: Thema, eingeteilter Lernraum mit mehreren Lernstationen, Arbeitsmaterial je Station, Laufzettel

Ablauf: Vorbereitung und Aufbau von Seiten der Lehrkraft, kurze Einführung und Erklärung der Methode, evtl. Zeitvorgabe für die einzelnen Stationen (Klangzeichen), Auswertung und Austausch über die Inhalte und über die Methode

Wichtig! Die Vorbereitung und der Aufbau der Stationen entscheiden über den Erfolg dieser Methode.

Unter Lernen durch Engagement (kurz LdE) oder auch Service-Learning versteht man eine Lehr- und Lernform, die den schulischen Unterricht mit dem gesellschaftlichen Engagement von Schülerinnen und Schülern verbindet.

In gemeinnützigen Projekten setzen die Kinder und Jugendlichen dabei das im Unterricht Erlernte gemeinsam mit außerschulischen Engagementpartnern im Stadtteil oder in der Gemeinde um. Da die Projektmöglichkeiten vielseitig sind - sie können sowohl soziale, ökologische, politische oder kulturelle Aspekte beinhalten - kann die Methode in verschiedenen Fächern Anwendung finden.

Weitere Informationen und Praxisbeispiele hier im Portal

Die „Methoden-Kiste" bietet eine allgemeine Sammlung von Methoden für den Unterricht. Schülerinnen und Schülern werden hier verschiedene Arbeitsverfahren und Methoden vorgestellt, die dabei helfen sollen, selbstständig zu lernen und zu arbeiten. Im Idealfall sollen die Schülerinnen und Schüler in der Lage sein, selbst die Methoden - je nach Thema oder Zielsetzung des Unterrichts - auszusuchen.

Die „Methoden-Kiste" besteht aus 32 bunten Karteikarten mit verschiedenen Lern- und Arbeitsmethoden, die an Beispielen und Skizzen beschrieben werden. Die Karteikarten sind für die Gruppenarbeit, zur selbstständigen Auswahl und Arbeit der Lernenden, aber auch als Ideenpool für Lehrkräfte konzipiert, so dass alle Beteiligten an der Gestaltung eines lebendigenUnterrichts teilhaben können.

Link für weitere Informationen und Download: https://www.bpb.de/shop/lernen/thema-im-unterricht/36913/methoden-kiste

Bei der Mystery-Methode sollen die Schülerinnen und Schüler knappe, ungeordnete Informationen zu einem Fallbeispiel analysieren und sinnvoll miteinander in Beziehung setzen, um eine rätselhafte Leitfrage lösen zu können.

Link für weitere Informationen und Mystery Beispiele: https://www.ph-ludwigsburg.de/fakultaet-1/institut-fuer-sozialwissenschaften/geographie/forschung-und-projekte/denken-lernen/mystery-methode

Elemente: Mysteryunterlagen (einleitende Geschichte, Leitfrage, Infomrationskärtchen (16- 30 Stück), ggf. weitere Kontextmaterialien)

Ablauf: Vortragen der einleitenden Geschichte, Vorstellen der Leitfrage und Verteilen der Informationskärtchen, Erstellen einer Ordnungsstruktur, Aufstellen von Zusammenhängen zwischen den Informationen und Hypothesen, Beantwortung der Leitfrage, Reflexion über den Lösungsweg

Wichtig! In der Regel gibt es mehrere mögliche Lösungen eines Problems, je nach Thema und komlexität der Fragestellung.

Ein Open Space ist eine neue und offene Form der Arbeit in Themengruppen für einen Projekt- oder Tagungstag. Zu Beginn eines Open Spaces stehen lediglich ein Leitthema sowie ein Zeitrahmen und mehrere Gruppenräume zur Verfügung. Die Teilnehmenden bestimmen somit den Ablauf der Konferenz und tragen ihre Ideen und Erfahrungen dort bei, wo sie sich engagieren möchten. So können sie ihre individuellen Fähigkeiten und Kenntnisse einbringen und erweitern. Der Open Space verläuft ergebnisoffen. Das Open Space unterliegt einem Gesetz, dessen Inhalt ist, dass jede/jeder, die/der der Meinung ist, zur Arbeit einer Gruppe nichts mehr beitragen zu können oder nichts mehr in der Situation lernen zu können, seine Füße benutzen und die Gruppe verlassen soll. In einer anderen Gruppe wird sie/er vielleicht benötigt. So wird keine Zeit verschwendet und Langeweile oder Frust sollen vermieden werden.

Link für weitere Informationen: http://methodenpool.uni-koeln.de/openspace/open_darstellung.html

Elemente: Leitthema, mehrer Gruppenräume, je Gruppenraum eine Leitung, Arbeitsmaterial zur Dokumentation

Ablauf: Vorstellen des Themas und Einführung in die Methode, Themensammlung mit den Teilnehmenden, Abstimmung, welche Themen an welchem Ort besprochen und diskutiert werden, Zuordnung in Themengruppen, Themenarbeit in den einzelnen Gruppen sind frei gestaltbar, Dokumentation der Ergebnisse, Zusammentragen der Ergebnisse im Plenum

Wichtig! Das Miteinander sollten durch eine offene Atmosphäre geprägt sein, in der jeder Beitrag willkommen ist. Die Beteiligung aller ist besonders wichtig, da durch die lockere Struktur nicht zwingend jede und jeder zu Wort kommt.

Als handlungsorientierte Methode nehmen Planspiele in der schulischen und außerschulischen Bildung für die Vermittlung komplexer Zusammenhänge, wie sie sich z. B. in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft bieten, immer mehr an Bedeutung zu. Das Unterkapitel „Planspiele" bietet Ihnen weitere Informationen sowie eine Reihe von Beispielen.

Die Reflectories wurden entwickelt, um Kompetenzen Globalen Lernens zu fördern. Im Rahmen Globalen Lernens sollen Schülerinnen und Schüler globale Zusammenhänge erkennen und verstehen, sie sollen in der Lage sein, Wertmaßstäbe zu entwickeln und unterschiedliche Wertmaßstäbe anzuwenden und die Fähigkeit besitzen, in die Entwicklung komplexer Systeme einzugreifen, um sie im Sinne von Nachhaltigkeit zu steuern. Die Reflectories sollen Zusammenhänge und Wechselwirkungen innerhalb komplexer Systeme verdeutlichen. Die Lernenden reflektieren auf Grundlage von Audio-Beiträgen, Bild- und Textmaterial verschiedene Handlungsoptionen, wägen diese ab und treffen schließlich eine Entscheidung. Dabei werden ökologische, ökonomische, soziale und politische Zusammenhänge aufgezeigt und sowohl auf globaler als auch auf nationaler und lokaler Ebene angewandt.

Zum Angebot

Herausgeberinnen und Herausgeber des Angebots:

Prof. Dr. Gabriele Schrüfer, Lehrstuhl f. Geographiedidaktik, Universität Bayreuth
Dr. Katja Wrenger, Institut f. Didaktik d. Geographie, WWU Münster
Daniel Kuhmann, WWU Münster

Stoffgeschichten sind ein traditionsreiches Instrument chemiehistorischer Forschung, das am Wissenschaftszentrum Umwelt der Universität Augsburg weiterentwickelt und mit zahlreichen Fallstudien konkretisiert wurde. Das Konzept erzählt den Weg einzelner Stoffe und Materialien in der globalisierten Wirtschaft, die politischen Konflikte rund um diese Stoffe und ihre geplanten und ungeplanten Wege. Stoffgeschichten zeichnen dazu die großen Entwicklungslinien des Werdegangs von Stoffen nach und ermitteln die weltweiten Netzwerke menschlicher Interaktion, in die Stoffe eingebettet sind. In Form von Erzählungen sollen sie Anregungen für einen ökologisch nachhaltigeren Umgang mit Ressourcen liefern. Darüber hinaus vertiefen sie die Kenntnisse über unsere materielle Kultur und sensibilisieren für ökologische, politische und soziale Fragen.

Link für weitere Informationen: https://www.bne-box.lehrerbildung-at-lmu.mzl.lmu.de/wp-content/uploads/2021/02/Methodenmuster-Stoffgeschichten.pdf

Elemente: festgelegtes Thema bzw. Stoff, Möglichkeiten der Recherche, Kreativität

Ablauf: Festlegung des Stoffes, interdisziplinäre Recherche, Erstellen eines Strukturbaums (auf vertikale Linie Herstellungsprozess, auf horizontaler Linie die Einflüsse und Kontexte), kreatives Schreiben einer Stoffgeschichte (Theaterstück/Drama, Roman/Erzählung, Krimi, Science-Fiction, Gemälde, Gedicht...)

Wichtig! Je nach Jahrgangsstufe muss die Komplexität der Thematik angepasst werden.

Zusatz: Durch Stoffgeschichten kann auch die Medienkompetenz gefördert werden, da die Schülerinnen und Schüler im Verlaufe der Recherche das Internet durchforsten und oft auch versuchen, ihre Geschichten durch selbst erstellte Powerpoint-Folien zu unterstützen oder die Ergebnisse in einem Film darzustellen.

Dort, wo sich Zukunft offensichtlich nicht als (lineare) Verlängerung der bisherigen Entwicklungen prognostizieren lässt, sondern wo es ungewisse Faktoren einzukalkulieren gibt und wo folglich mehrere verschiedene Zukünfte denkbar sind, haben Szenarien ihren Sinn. Schülerinnen und Schüler lernen dabei, sich zu orientieren, Strategien zu entwickeln (oder zu überprüfen) und letztlich Entscheidungen vorzubereiten, um die Entwicklung in die gewünschte Richtung zu lenken.

Link für weitere Informationen: https://www.buergergesellschaft.de/mitentscheiden/methoden-verfahren/visionen-entwickeln-zukunft-gestalten/szenariotechnik/

Elemente: aktuelles, gesellschaftlich relevantes Thema, circa 20 bis 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit gewissem Maß an Vorkenntnissen, Moderatorin/Moderator mit guten Kenntnissen zum Thema, Arbeitsmaterial für die Dokumentation

Ablauf: Vorstellung der Methode und Festlegung des Themas bzw. Problemfeldes, Identifizierung der allgemeinen Einflussbereiche und konkreten Einflussfaktoren, Aufstellen von Trendprojektionen, Erarbeitung verschiedener Szenarien (z.B.: positiv-, negativ-, Trendszenario), Handlungsoptionen ertsellen zur ERfüllung des positiven Szenarios

Wichtig! Anders als bei der Utopiephase einer Zukunftswerkstatt soll nicht frei visioniert werden, die Schülerinnen und Schüler sollen sich vielmehr in einem realistischen Möglichkeitsraum bewegen um konkrete Handlungsoptionen erstellen zu können.

Im Rahmen der „Aktion Grundwasserschutz" können Lehrkräfte einen Wasserkoffer ausleihen

Zum Bildungsangebot „Wasser erleben" gehört nun auch ein Wasserkoffer. Lehrerkräften aus Oberbayern, die das Thema "Wasser" im Unterricht behandeln und einen Unterrichtstag im Freien durchführen möchten, steht der Wasserkoffer zur Verfügung. Der Inhalt dieser trag- und verschließbaren Aluminiumbox ist für die 3. und 4. Grundschulklasse konzipiert und für Gruppen von ca. 24 Kindern ausreichend.

Der Wasserkoffer enthält alle für eine Bachuntersuchung erforderlichen Utensilien, wie Lupen, Pinzetten, Siebe, Thermometer, Messstäbchen und Bestimmungsfächer. In der beiliegenden Broschüre, die auch online verfügbar ist, wird die Verwendung des Wasserkoffers kurz beschrieben.

Zum Angebot

Die Grundidee des „World-Café“ ist es, dass die Teilnehmenden miteinander ins Gespräch kommen und so Problem- oder Fragestellungen in Kleingruppen intensiv diskutiert und reflektiert werden können. Die Gespräche sollen den ganz alltäglichen Gesprächen in einem Straßen-Café ähneln. Eine Vertiefung der Gespräche wird hier durch das mehrfache Wechseln und Mischen der Lernenden/Teilnehmer ermöglicht. Am Ende wird eine Abschlussrunde im Plenum gehalten, bei der die Lernenden/Teilnehmer ihre Ergebnisse präsentieren.

Link für weitere Informationen: http://www.theworldcafe.com/wp-content/uploads/2015/07/GermanTWC2.pdf

Elemente: großer Raum mit mehreren Tischen, je Tisch eine Tischdecke mit Fragen und festem Gastgeber oder Gastergerberin

Ablauf: Begrüßung und Erläuterung des Ablaufs, der Etikette und Rolle der Gastgeber, Runde 1 (an allen Tischen wird Frage 1 diskutiert und Ideen dazu auf die Tischdecke geschrieben, gemalt,.. circa 20 Minuten) Wechsel der Teilnehmenden, Runde 2 (siehe Runde 1), Wechsel, Runde 3 (siehe Runde 1), Zusammentragen der Ergebnisse je Tisch durch die Gastgeber

Wichtig! Die richtigen Fragen sind der Dreh- und Angelpunkt eines World Cafés. Sie sollten spannend formuliert sein und die Teilnehmer neugierig machen, ins Gespräch zu kommen. Gleichzeitig sollten sie einfach und verständlich sein.

Die Zukunftswerkstatt ist eine Methode, in der alle Akteure Expertinnen bzw. Experten sind. Das Expertenwissen kann vorhandenes Wissen, soll aber vor allem auch die Fantasie jedes Akteurs umgreifen. Zukunftswerkstätten finden in Gruppen statt, denen eine Moderatorin oder ein Moderator (Lehrkraft) zur Seite gestellt wird. Ziel ist es, Lösungen für gemeinsam festgelegte Probleme oder Herausforderungen zu finden. Dazu werden drei Phasen durchlau-fen: Kritikphase, Fantasiephase und Verwirklichungsphase. Ergänzt werden diese oft durch eine vorgeschaltete Vorbereitungs- und eine nachgeschaltete Erprobungsphase.

Literatur für weitere Informationen: Jungk, R./Müllert, N.: Zukunftswerkstätten. Mit Phantasie gegen Routine und Resignation, München 1989.

Weiterführende Links:

  • http://www.jungk-bibliothek.at, Robert-Jungk-Bibliothek für Zukunftsfragen. Hier finden sich Links und Materialien, u. a. zu gelaufenen Zukunftswerkstätten, die kostenpflichtig angefordert werden können.
  • https://www.olaf-axel-burow.de; empfehlenswerte  Seite  mit  Links  zu  Praxisbeispielen  und weiterführenden Links. 
  • https://www.sowi-online.de/praxis/methode/zukunftswerkstatt3.html; bietet Beschreibungen der Methode Zukunftswerksatt im sowi-online Methodenlexikon sowie Hinweise auf weitere Literatur und Links zu einigen Praxisbeispielen.
  • http://www.zw2003.de; Netzwerkseite, die verschiedene Zukunftswerkstätten zusammenführen will mit verschiedenen Beispielen von Planungen durchgeführter Zukunftswerkstätten.

Elemente: Thema, Expertinnen und Experten, Fantasie, Arbeitamaterial für die Dokumentation

Ablauf: vorbereitende Phase (Vorstellung der Teilnehmenden, der Methode, des Themas), Kritikphase (Schülerinnen und Schüler nennen alle Kritik gegenüber des Themas), Fantasiephase (Raum für alle Wünsche, Träume, Ziele, Utopien und passenden Lösungsvorschlägen), Verwirklichungsphase (Zusammenbringen der utopischen Entwürfe mit der Realität), nachbearbeitende Phase (Fortführung der Verwirklichungsphase)

Wichtig! Der/ die Moderator oder Moderatorin hat die verschiedenen Phasen inhaltlich wie zeitlich im Blick