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Debattenkultur

Rede- und Streitkultur, und damit urteilsfähige und mündige Bürgerinnen und Bürger, gehören zur Grundlage einer demokratischen und pluralistischen Gesellschaft. Denn Debattieren heißt Stellung beziehen, Argumente abzuwägen, sie begründet zum Ausdruck zu bringen und dabei auch Kritik vorzutragen. Debatten bedingen aber auch einander aufmerksam zuzuhören, andere Meinungen zu respektieren, und sich dabei selbst präzise auszudrücken. Je mehr Gelegenheit Schülerinnen und Schüler erhalten, sich im Debattieren unter Beachtung der dazugehörigen Regeln zu üben, desto besser sind sie gewappnet, ihre Stimme - auch zur Verteidigung demokratischer Werte - zu erheben.

Woher kommt das Debattieren?

Im anglo-amerikanischen Raum hat das Debattieren an Hochschulen eine lange Tradition; die Gründung des ersten Debattierclub an der Cambridge-Universität in Großbritannien ist für das Jahr 1815 verzeichnet. In Deutschland hat es etwas länger gedauert, bis das Debattieren auch in Schulen Wertschätzung erfahren hat. Ist es in den USA schon lange fest im Lehrplan verankert, hat sich hier zu Lande erst in den 1990er Jahren die Debatte langsam das schulische Feld erobert. Inzwischen wurde sie  aber an vielen Schulen sogar in den Schulaufgabenplan aufgenommen.

Warum ist das Debattieren so wichtig?

Weiter oben wurde schon darauf verwiesen, dass eine Rede- und Streitkultur eine wesentliche Grundlage unserer demokratischen und pluralistischen Gesellschaft darstellt. Besonders durch die Digitalisierung hat sich der Raum von gesellschaftspolitischen Debatten in den letzten Jahren extrem geweitet. Es verwundert inzwischen niemanden mehr, wenn selbst hochrangige Politiker inzwischen Messenger-Dienste zur Verbreitung ihrer Meinungen nutzen. Aber besonders  im Internet werden indessen immer häufiger politische Debatten ausgetragen. Hier entstehen und kursieren u. a. auch Verschwörungstheorien, Fake News, Hasskommentare, shit-storms, sodass Jugendliche darin geschult werden müssen, diese zu erkennen und darauf reagieren zu können. Der Wert des Argumentationstrainings, wie es die Debatte darstellt, darf also für die Demokratieerziehung nicht gering geschätzt werden, vielmehr sollte jede Lehrkraft diese Methode immer wieder sinnvoll im Unterricht anwenden lassen. 

Argumentieren und Debattieren

Auf der Seite des ISB findet sich ein aktualisierter Auszug aus der Handreichung „Deutschunterricht - innovativ und kompetent", der konkrete methodische Anregungen enthält, wie das Debattieren im Unterricht der weiterführenden Schulen eingesetzt werden kann.

Jugend debattiert

Jugend debattiert ist ein Projekt auf Initiative und unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten. Träger des Projekts sind die Gemeinnützige Hertie-Stiftung, die Robert Bosch Stiftung, die Stiftung Mercator und die Heinz Nixdorf Stiftung in Kooperation mit der Kultusministerkonferenz, den Kultusministerien und den Parlamenten der Länder.

Das Projekt Jugend debattiert bietet neben einem jährlichen Wettbewerb den Teilnehmerinnen und Teilnehmer Materialien zur Vorbereitung an.

Meinungen im Netz gestalten

Das Unterrichtsmaterial „Meinung im Netz gestalten” erörtert Meinungsbildung im Netz aus verschiedenen Richtungen. Die individuelle Rolle und der Einfluss des Einzelnen bei der Meinungsbildung Anderer soll reflektiert, das Gewicht unqualifizierter Beiträge und Fehlinformationen eingeschätzt, die Bedeutung unterschiedlicher journalistischer Darstellungsformen für die Meinungsbildung erkannt und für Argumentationslinien undemokratischer oder verschwörungs-theoretischer Positionen sensibilisiert werden. Das Ziel ist, Jugendliche ihre Verantwortung bewusst zu machen, ihre Gestaltungsmöglichkeiten erkennen zu lassen und sie zu ermutigen, ihre Ideen und Wünsche für ein demokratisches Netz zu formulieren und aktiv in die Debatte einzubringen.